Packliste für eine einwöchige Hütten-Wanderung

Packliste für längere Wanderungen

Schlafsack, Taschenlampe, Softshelljacke? Beim Packen des Wanderrucksacks stellt sich immer wieder die Frage: Was muss wirklich unbedingt mit? Schließlich sollte die Packliste nicht zu lang und der Rucksack nicht zu schwer werden, damit die Wanderung auch noch Spaß macht.

Bei dir steht bald eine mehrere Tagen oder Wochen dauernde Wanderung an? Dann zeige ich dir heute, was ich dafür einpacke. Dabei gehe ich von einer Wanderung aus, bei der du von Hütte zu Hütte gehst und dort auch zu Abend isst. Tagsüber ist Selbstverpflegung angesagt.
Dabei macht es natürlich einen Unterschied, ob du in Berghütten oder im eigenen Zelt übernachtest, ob die Tour mehrere Tage oder Wochen geht, ist jedoch im Prinzip irrelevant. Gerade bei Kleidung reichen immer zwei Garnituren – eine wird getragen, die andere gewaschen. Ansonsten wird der Rucksack irgendwann viel zu schwer.

Was die Ausrüstung auf meiner Packliste betrifft, sind mir generell mehrere Dinge wichtig: Gewicht, Komfort und Robustheit beziehungsweise Langlebigkeit. Das gilt auch für die Tour auf dem legendären GR20 auf Korsika, für die ich gerade packe. Die hier vorgestellte Packliste ist also keine Ultralight-Trekking-Lösung. Das Gewicht der einzelnen Gegenstände ließe sich sicherlich noch stärker reduzieren. Wichtig ist aber schließlich auch, alles dabei zu haben was nötig ist.  Außerdem sollte die Ausrüstung zwar leicht, aber auch komfortabel und stabil sein. Das gilt vor allem für den Rucksack.
Meine Empfehlung: der Osprey Exos 48. Der Rucksack wiegt 1.050 Gramm und wird aufgrund des Tragekomforts immer wieder sogar auch von Ultralight-Fans empfohlen, wenn es nicht auf das allerletzte Gramm ankommt. Wenn du das obere Fach abnimmst, kannst du das Packvolumen reduzieren und hast einen kleineren Rucksack, der zum Beispiel für die Alpenüberquerung auf dem E5 völlig ausreicht, denn die Hütten dort sind sehr gut ausgestattet, sodass du weniger mitnehmen musst.


Am Körper

Ein Outfit ziehe ich natürlich direkt beim Start an:

Packliste Hüttenwanderung: Kleidung

Immer dabei sein sollten gute Wanderstiefel. Ich bevorzuge sehr leichte Modelle in Halbhöhe. Aktuell habe ich die Dachstein Super Leggera GTX, die ich sehr gut finde, aber auch Merrell Moab kann ich empfehlen .
Das restliche Outfit hängt natürlich ganz vom aktuellen Wetter ab. Deshalb ist in der Packliste die gesamte Kleidung aufgezählt. Was du trägst, brauchst du dann eben nicht einpacken.

Den Inhalt des Rucksacks packe ich in einzelne Ziploc Gefrierbeutel aus dem Supermarkt. Denn diese schaffen Ordnung, schützen vor Nässe und lassen sich hervorragend komprimieren, wenn du die Luft herausdrückst, bevor du den Zipper schließt. Und sie sind natürlich viel günstiger als  Kompressionsbeutel aus dem Outdoor-Laden. Praktisch ist auch, dass du sie im Supermarkt in mehreren verschiedenen Größen erhältst.
Ganz unten in den Rucksack packe ich alles, was ich tagsüber bei der Wanderung nicht benötige. Ganz nach oben kommt alles, auf was ich schnell zugreifen will.

Ganz unten im Rucksack

… liegt alles, was ich erst abends in der Hütte benötige:

Packliste Hüttenwanderung: Kleidung, Hüttenausrüstug und Schlafsack

Schlafsack oder Hüttenschlafsack
Die meisten Hütten geben Decken aus, in den Alpen eigentlich alle. Dann reicht ein einfacher Hüttenschlafsack. Ansonsten einen richtigen Schlafsack einpacken.

Ziploc-Beutel mit allem für die Hütte:

  • Schlafanzug / Hüttenkleidung (leichte Jogginghose oder Leggings und Shirt)
  • Ein kleines, leichtes und natürlich unterhaltsames Würfel- oder Kartenspiel (zum Beispiel Quixx, Saboteur, Camel up Cards …)

Ziploc-Beutel mit Kosmetik (alles in Minigrößen):

  • Deo
  • Duschgel / Shampoo (Wenn du dich in der Natur wäschst, nimm am besten etwas Lavaerde oder das natürliche Haarwaschpulver von Eliyah Sahil mit. Beides ist sehr umweltverträglich. Selbst spezielle Outdoorseifen enthalten oft viel Chemie und schaden der Natur.)
  • Bambus-Zahnbürste (Stiel zur Gewichtsoptimierung gekürzt)
  • Zahnpasta zum Beispiel von Ajona
  • ein Mikrofaser-Outdoor-Handtuch (spart Gewicht und Platz)
  • Fußcreme
  • Kamm
  • Rasierer

Ziploc-Beutel mit Elektrozubehör

  • Ladekabel für alle elektronischen Geräte (Mobiltelefon, Kamera,GPS-Gerät) und mehrere Powerbanks (alternativ Solar Panels)
  • Kleiner USB Hub (Mit diesem Verteiler kannst du mehrere Geräte an einer Steckdose aufladen. Steckdosen sind schließlich sehr begehrt auf den Hütten und schnell belegt.)
  • Steckdosen-Adapter (je nach Reiseland)

Mehrere Ziploc-Beutel mit Wander-Kleidung
Am platzsparendsten ist, wenn du die Kleidung rollst und dann im Ziploc-Beutel komprimierst, indem du beim Schließen die Luft herausdrückst.

  • Oberteile: ein Top für heiße Tage, zwei T-Shirts und ein Langarmshirt (Alles aus möglichst schnelltrocknendem und leichtem Material wie Microfaser. So kannst du immer eine Garnitur waschen und über Nacht trocknen lassen und dann wechseln. Für Nicht-Veganer ist sicherlich auch Merino interessant. Das Material trocknet zwar nicht ganz so schnell, verhindert aber effektiv Gerüche und muss deshalb nicht oft gewaschen werden. Bitte aber unbedingt darauf achten, dass die Produktion mulesingfrei stattfindet.)
  • Eine  warme Jacke oder Weste aus Primaloft (ähnlich wie Daunen, aber vegan. Sehr stark komprimierbar, angenehm bei Hitze, wärmend bei Kälte. Meines Erachtens viel besser als Fleece zum Wandern.)
  • Hosen: eine kurze, eine lange (bei sehr kaltem Wetter auch eine Softshellhose)
  • Drei bis vier Sockenpaare (Durch das Tragen von zwei Socken gleichzeitig, kannst du effektiv Blasen verhindern.)
  • Eine lange Unterhose (für Hütte abends und für sehr kalte Tage zum unterziehen)
  • Drei Unterwäsche-Sets

Mehr Kleidung ist nicht nötig, da du unterwegs wie gesagt immer eine Garnitur waschen kannst, die dann über Nacht in der Hütte oder tagsüber am Rucksack trocknet. Also immer auf schnell trocknendes Material setzen!

Ziploc-Beutel mit Abendessen für Notfälle (wenn es nichts Vegetarisches gibt in meinem Fall): gefriergetrocknete Trekking-Mahlzeiten – von Trek’n eat gibt es einige vegane Optionen – plus ein kleiner Esbitkocher zum Wasser Aufbrühen. Beides ist aber in besser ausgestatteten Hütten wie zum Beispiel im Alpenraum absolut nicht nötig.
Dazu noch einen Spork beziehungsweise Göffel als Besteck.


Ganz oben in den Rucksack

… packe ich alles, was ich gut immer gut erreichen will:

Packliste Hüttenwanderung: Elektrogeräte und Erste Hilfe

Schutz vor Wind und Wetter

  • Sonnencreme, Sonnenbrille und Sonnenhut oder Cap
  • Falls es kälter wird: ein dünner Buff und ein wärmerer aus Fleece, Handschuhe und eine Mütze (Wichtig: Das Material sollte wärmen, aber auch schnell trocknen. Ansonsten wird es sehr kalt, wenn du beim Aufstieg schwitzt und dann eine längere Pause im Kalten machst. Wollmützen sind also total ungeeignet.)
  • Falls es regnet: Regenjacke und Regenhose (Hier gibt es große Gewichtsunterschiede!) sowie eine Regenhülle für den Rucksack (Manche Rucksäcke haben diese bereits standardmäßig integriert. Beim Osprey Exos musst du sie separat kaufen, kannst sie innen aber an einer extra Befestigung einklicken.)

Mobiltelefon, Kamera und GPS-Gerät

Ziploc-Beutel mit Reiseapotheke & Notfallausrüstung

  • Vollständiges Erste-Hilfe-Set ( Ich empfehle folgenden Inhalt: Sterile Handschuhe, Beatmungstuch, je zwei bis drei Mullbinden / Kompressen / Desinfektionstücher, ein Elastikverband für verstauchte Knöchel, eine kleine Flasche Jod, eine Rolle Leukoplast, Pflaster, Blasenpflaster, Schmerzmittel, ein bis zwei Sofort-Kälte-Kompressen für Stauchungen und Prellungen sowie eine Zeckenzange)
  • Rettungsdecke (schützt sowohl für Überhitzung und Unterkühlung) und Biwaksack  (falls du die Hütte nicht mehr erreichst und notfallmäßig draußen schlafen musst)
  • Magnesiumtabletten (helfen vorsorglich gegen Muskelkrämpfe)
  • Stichheiler bite away (Wirkt ausschließlich durch Hitze und hilft schnell, zuverlässig und chemiefrei bei Insektenstichen.)

Taschentücher

Geldbeutel mit genügend Bargeld (keine EC-Kartenzahlung möglich auf den Hütten), gegebenenfalls DAV-Karte und natürlich Ausweis oder Reisepass

Taschenlampe und Taschenmesser


Außen am Rucksack

… und damit stets in Reichweite:

Packliste Hüttenwanderung: Trinkflaschen

Seitlich habe ich zwei Trinkflaschen aus Edelstahl (jeweils 1 Liter) sowie einen kleinen Wasserfilter von Life Straw (durch den du direkt wie mit einem Strohhalm trinken kannst). Dazu empfehle ich dir als Ergänzung ein bis zwei faltbare Trinkflaschen wie die Soft Bottle von Platypus, die du nur wenn nötig befüllst (unterwegs kein Wasser, lange Tagesstrecke …) und ansonsten ganz klein zusammenfaltest.

Flip Flops als Hüttenschuhe und zum Duschen (Diese sind bei mir außen am Rucksack mit einem Karabinerhaken befestigt. So habe ich sie beim Betreten der Hütte direkt parat zum Schuhe wechseln. Schließlich ziehen dort alle ihre Wanderstiefel aus und bei nassem Wetter entstehen gern kleine Pfützen.)

Proviant … packe ich immer sehr viel ein, da ich als Veganerin stets Angst habe, dass es in den Hütten eventuell keine geeignete Option gibt. Ich packe also einfach immer soviel ein, wie in das äußere Netz meines Rucksacks passt:

  • Müslieriegel und Fruchtschnitten
  • Studentenfutter, Nüsse und Nussmischungen (am besten in wiederverschließbaren Beuteln)
  • Manner Schnitten
  • Vegane Snack-Würstchen und Landjäger
  • Für die ersten Tage noch frisches unempfindliches Obst wie Äpfel

Packliste Hüttenwanderung: Vegane Verpflegung


Was nicht auf der Packliste steht

Wanderstöcke werden immer beliebter und haben sicherlich ihre Daseinsberechtigung, da sie bei steilen Abstiegen die Knie schonen und steile Aufstiege vereinfachen. Ich habe sie ausprobiert, laufe aber lieber ohne und lasse sie deshalb mittlerweile weg.

Viele schwören bei Hütten-Übernachtungen auch auf Ohrenstöpsel. Ich selbst packe allerdings keine mehr an, da ich nicht gern damit schlafe. Sie können aber durchaus gegen laute Schnarch-Geräusche im Matratzenlager helfen.

Du hast vor zu Zelten? Dann musst du noch einiges ergänzen: Zu aller erst natürlich mal ein Zelt, das möglichst klein und leicht sein sollte. Außerdem brauchst du einen dickeren Schlafsack, eine Isomatte und alles Nötige zum Kochen – also Kocher, Kochgeschirr und genügend Vorräte.

Bei Touren bei denen es auch Klettersteigpassagen gibt, wie zum Beispiel unsere Wanderung im Triglav Nationalpark in Slowenien, brauchst du zusätzlich eine Klettersteigausrüstung und Helm.

Wie sieht deine Packliste aus? Was muss immer mit?

Packliste Hüttenwanderung: Rucksack

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