Vegan essen auf Radtouren und beim Wandern

Vegan essen auf Radtouren und beim Wandern

Du lebst vegan, hast eine längere Rad-Tour oder Wanderung geplant und fragst dich, was du als Proviant in den Rucksack beziehungsweise in die Gepäcktaschen packen kannst? Du hast aber keine Lust hast auf die immer gleichen langweiligen belegten Brote? Hier habe ich dir mit viel eigener veganer Radtouren- und Wander-Erfahrung meine besten Tipps zusammengestellt.

Der perfekte Proviant

Brichst du nur zu einem kürzeren Tagestrip auf, gestaltet sich das Ganze noch recht einfach. Dann kannst du natürlich neben den Klassikern Studentenfutter und Müsliriegel auch frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse einpacken oder kreativ belegte Vollkornbrote mit Hummus, ein paar knackigen Salatblättern, rohem oder gegrilltem Gemüse – ohne, dass du dir um Haltbarkeit und Gewicht Sorgen machen musst.

Bei einer längeren Wanderung oder Radtour spielen diese beiden Faktoren jedoch eine größere Rolle. Schließlich transportierst du in der Regel viel mehr. Deshalb sollte der Proviant leicht sein und nicht allzuviel Platz einnehmen. Außerdem muss er verzehrfertig oder schnell zubereitet sein, viel Energie liefern, am besten auch richtig gut schmecken und – na klar – rein pflanzlich sein. Gar nicht so einfach!

Naturpark Narbonnaise en Méditerranée

Nicht zu viel und nicht zu wenig

Vor deiner Tour sollltest du zunächst klären, wieviel Essen du benötigst: Kommst du unterwegs durch Orte mit Läden, in denen du dich neu mit Proviant eindecken kannst? Liegen auf der Strecke bewirtete Hütten oder Restaurants, die etwas Veganes anbieten? Bietet die regionale Küche in dieser Hinsicht etwas? Oder willst du dich komplett selbst versorgen?

Doch selbst wenn du von Hütte zu Hütte wanderst oder mit dem Rad von Hotel zu Hotel fährst, eine Notration solltest du immer einplanen. Unersetzlich, falls dich der Hunger schon früher überfällt und du schlapp machst oder es abends kein Essen ohne Fleisch gibt. Gerade auf Bergtouren ist der Energiebedarf schließlich nicht zu unterschätzen und es empfiehlt sich, regelmäßig vor allem Kohlenhydrate nachzulegen, bevor das Energietief kommt.
Außerdem ist es in der freien Natur immer sinnvoll, für den Notfall gerüstet sein. Es kann ja auch sein, dass du von einem Wetterumschwung überrascht wirst und die Übernachtungsmöglichkeit erst sehr viel später erreichst als geplant.

Auf der anderen Seite solltest du vor allem beim Wandern nicht zuviel unnötigen Ballast mitnehmen, denn es macht schon einen bedeutenden Unterschied, wieviel Gewicht du im Rucksack mit dir herumschleppst. Kommst du dann unterwegs immer wieder an bewirteten Hütten oder Gaststätten vorbei, ärgerst du dich sicher, wenn das Essen verführerisch riecht, du aber noch kiloweise Proviant hast, den du zuerst essen solltest, um Gewicht zu reduzieren.

Bei Radtouren ist etwas mehr Gepäck nicht ganz so entscheidend, aber auch hier freust du dich bei längeren Aufstiegen sicher über jedes Gramm, dass du nicht transportieren musst.

Meine vegane Packliste: Was nehme ich als Proviant mit?

Bei unseren Wanderungen und Radtouren zelten wir nur sehr selten und verpflegen uns nur tagsüber selbst, da wir abends in der Unterkunft essen. Mit dem Rad geht es von Hotel zu Hotel und beim Wandern von einer Berghütte zur nächsten. Nur wenn es nicht anders möglich ist, packen wir Zelt und Kocher ein und kochen selbst. Dann packen wir nur einen ultra-leichten, platzsparenden Esbitkocher ein und dazu je nach Tour folgenden Proviant:

Morgens ein reichhaltiges Frühstück: So kann der Tag starten!

Kommen wir zuerst zum Frühstück. Bevor du dich morgens auf den Weg machst, solltest du dich natürlich ausgiebig stärken, wenn du einige Kilometer und Höhenmeter vor dir hast. Wenn wir zelten und uns selbst versorgen, packe ich dafür Espressopulver und Kaffeeweißer beziehungsweise Milchpulver (auf Soja- oder Mandelbasis) und ein paar Zuckersticks ein. Denn ein Kaffee darf bei mir morgens nie fehlen!

Veganes Frühstück auf Radtouren und beim Wandern

Zum Essen sind Griesbrei oder zartschmelzende Haferflocken ideal (eventuell ergänzt um ein paar Trockenfrüchte), die du mit veganem Milchpulver und heißem Wasser oder alternativ am Vorabend kalt als „Overnight Oats“ anrühren kannst. Ob kalt oder warm: Der Brei gibt viel Energie und ist leicht zu transportieren. Alternativ kannst du aber auch einzeln abgepackte Brotscheiben mit veganem Aufstrich oder Marmelade in kleinen Portionspackungen mitnehmen.
Empfehlenswert sind zum Beispiel die kleinen Probierpackungen von Zwergenwiese, die es eigentlich in jedem Biomarkt gibt. Sie sind leicht und an einem Tag aufgebraucht, sodass du sie nicht geöffnet und ungekühlt lange mit dir herumträgst. Mein Tipp aus leidlicher Erfahrung: Du solltest sie sehr gut verpacken, damit sie oben nicht aus Versehen aufplatzen oder der Deckel einreisst und sich der Inhalt in deinem Rucksack verteilt.

Übernachtest du auf einer Berghütte, läuft das Frühstück als Veganer/in meist auf eine Tasse Kaffee und ein bis zwei Brotscheiben mit Marmelade hinaus. Das gibt es eigentlich immer, mehr vegane Auswahl aber leider nur sehr selten. Besser ist es auf jeden Fall auch hier ein „Frühstücks-Notfallpaket“ dabei zu haben, damit du nicht mit knurrendem Magen starten musst.

Mittags bleibt die Küche kalt: Vegane Snacks für unterwegs

Mittags legen wir bei unseren Touren unterwegs immer wieder an besonders idyllischen Orten eine kleine Pause ein, genießen die Aussicht und picknicken. Anfangs haben wir dafür meist vor allem Süßes eingepackt: vegane Sesam- und Müsli-Riegel, Manner-Schnitten, Trockenfrüchte (zum Beispiel getrocknete Mangos) sowie Nussmischungen und Studentenfutter.
Über die Jahre habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass ich dann nach ein paar Tagen überhaupt keine Lust mehr auf Süßes habe. Ich brauche einfach mehr Abwechlung, gerade wenn es bei langen Gebirgs-Touren kaum Frisches wie Obst, Gemüse und Salat gibt. Deshalb packe ich mittlerweile immer auch haltbare, herzhafte Snacks ein wie abgepacktes Brot (in kleinen Einheiten, sodass es nicht hart werden kann), vegane Würstchen (ich mag am liebsten vegane „Landjäger“, die Space Bars auf Hanf-Basis oder auch die Ausländer-Würstchen) und der oben schon erwähnte vegane Aufstrich von Zwergenwiese.

Meine Empfehlung bei veganen Müsli-Riegeln sind übrigens die super leckeren Clif Bars, vor allem die Sorte „White Chocolate Macadamie Nut“.

Bei Radtouren, bei denen du immer wieder durch Ortschaften kommst, bietet sich natürlich auch einfach ein Stopp in einem Restaurant an, falls es dort etwas Veganes gibt.

Veganes Abendessen auf Radtouren und beim Wandern

Abends: Deftig & warm

Abends essen wir beim Wandern in der Berghütte und bei Radtouren im Hotel oder in einem Restaurant. Die Berghütten schreiben wir beim Buchen meist auch gleich mit an, ob ein veganes Abendessen möglich ist.
Mit den Hüttenwirten kannst du meiner Erfahrung nach oft reden. Am besten du schlägst konkret vor, wie man die angebotenen Essen anpassen könnte. Kann man zum Beispiel verschiedene Beilagen gut zu einer Mahlzeit kombinieren? Kann man einfach einen Bestandteil weglassen? In manchen Ländern, in denen Vegetarismus und Veganismus nicht verbreitet sind, fehlt nämlich manchmal auch einfach das Wissen dazu.

Planst du eine Wanderung in den Alpen auf einem relativ frequentierten Weg, brauchst du dir darüber keine großen Sorgen zu machen. In Alpenhütten ist veganes Essen nur selten ein Problem. Anderswo ist es jedoch manchmal nicht so leicht (zum Beispiel beim Wandern auf Korsika). Dann heißt es Kocher anschmeißen oder eine Kochstelle vor Ort nutzen, falls vorhanden.

Kochst du selbst (zum Beispiel mit einem Esbit-, Gas- oder Spiritus-Kocher), ist natürlich spezielle Outdoor-Fertignahrung ideal. Sie hat ein kleines Packmaß, ein sehr geringes Gewicht, ist schnell zubereitet, gehaltvoll und sättigend! Trek’n Eat hat zum Beispiel einige vegane Sorten im Angebot wie Chana Masala (indischer Kichererbseneintopf), Couscous mit Gemüse, Gemüse Jambalaya oder auch Fruchtsuppe mit Blaubeeren. Auch wenn ich generell kein großer Fan davon bin, kann ich die Sorte Chana Masala echt empfehlen!

Alternativ kannst du auch einiges Veganes aus dem Supermarkt einpacken wie Uncle Ben’s Reis Gerichte, vegane Tütensuppen oder Ravioli in der Tüte (zum Beispiel von Alnatura). Lecker sind auch Instant-Gerichte mit Couscous, Quinoa oder Bulgur, von denen es eine große Auswahl gibt, zum Beispiel von Valbio, Alnatura oder Davert: vom Roten Linsentopf über Quinoa-Tassengerichte bis hin zu Taboulé.

Wenn du die Möglichkeit hast unterwegs frisches Obst und Gemüse zu kaufen, werden deine Camping-Speisen natürlich gleich viel leckerer. Kochst du wie wir mit Esbit, musst du es dann aber sehr klein würfeln, damit es gar wird. Oder du packst Trockengemüse (Tomaten, Pilze ..) ein, das weniger wiegt und kaum Platz einnimmt.
Um deine Speisen etwas spannender zu gestalten, kannst du außerdem Tomatenmark, Brühe, Röstzwiebeln und natürlich ein paar Gewürze einpacken – am besten vorab in kleine Döschen oder Gewürzstreuer abgefüllt (Spartipp: zweckentfremdete Tic Tac Dosen).

Als schnell (ohne lange Kochzeit) zubereitete „Sättigungsbeilage“ empfehlen sich Couscous oder Fertig-Kartoffelbrei. Beide sind auch gut mit einem Esbit-Kocher machbar.
Viel Energie geben auch getrocknete rote Linsen, die im Gegensatz zu anderen getrockneten Hülsenfrüchte eine kurze Einweich- und Kochzeit haben.
In größeren Supermärkten findest du auch Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, Linsen, Kidneybohnen … verzehrfertig in kleinen Plastiktüten statt in schweren Dosen verpackt.

Was nimmst du als Proviant mit auf deine Touren? Wir sind gespannt auf deinen Kommentar!

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